Therapie

Therapie

Im Folgenden finden Sie Behandlungsprinzipien und Behandlungsbeispiele von arteriellen und venösen Erkrankungen. Dabei handelt es sich nur um einen kurzen und damit unvollständigen Überblick. Bei der ärztlichen Behandlung gehen wir selbstverständlich auf jeden einzelnen Patienten und die Besonderheiten des jeweiligen Krankheitsbildes ein. Infos über Therapie.

Notfall Arterienverschluss

Die Behandlung einer plötzlich aufgetretenen arteriellen Durchblutungsstörung muss ohne Zeitverzögerung erfolgen!

Eine Mangeldurchblutung im Bein wird oft durch eine akute Gefäßblockade ausgelöst und verursacht plötzliche Schmerzen, Kraftlosigkeit und ein Kälte- und Taubheitsgefühl im Bein.

Eine Mangeldurchblutung im Gehirn (der Schlaganfall) entsteht oft, wenn sich ein kleines Blutgerinnsel aus einer Gefäßverkalkung an einer Engstelle der hirnversorgenden Arterien loslöst. Sie kann zu einer vorübergehenden oder dauerhaften Arm- und Beinschwäche, einem Taubheitsgefühl oder zu Sprachstörungen führen.

Beim ersten Anzeichen einer Mangeldurchblutung im Bein sollten Sie umgehend einen Gefäßspezialisten konsultieren.
Auch wenn Sie Zeichen einer Mangeldurchblutung im Gehirn haben, handelt es sich um einen medizinischen Notfall, bei dem Sie umgehend einen Arzt, ggf. einen Notarzt, kontaktieren oder eine Klinik aufsuchen sollten.

Prinzipien der Behandlung bei arteriellen Durchblutungsstörungen

Ziel unserer Behandlung ist es, Ihre Beschwerden zu beseitigen und das Fortschreiten der Verkalkungen und Gefäßblockaden zu verhindern.

Diagnostik und Behandlung von Risikofaktoren
Bevor wir mit der Behandlung beginnen können, müssen wir die Auslöser finden. Ursachen für eine arterielle Gefäßerkrankung können Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Blutfettwerte oder Rauchen sein. Nur die konsequente Behandlung dieser sogenannten Risikofaktoren kann verhindern, dass die Gefäßerkrankung fortschreitet.
Neben der medikamentösen Behandlung des erhöhten Blutdrucks, der erhöhten Blutfettwerte oder des Diabetes empfehlen wir Ihnen Nikotinabstinenz sowie Diät und Bewegung, um das Körpergewicht zu normalisieren. Ferner sollten Sie als Patient ein konsequentes Gehtraining durchführen.

Gefäßblockaden können unsere Ärzte meist durch eine Katheterbehandlung oder – sofern nötig – durch eine Gefäßoperation (z. B. Bypass-Operation) beseitigen.

Beispiele der Behandlung bei arteriellen Durchblutungsstörungen

Bei den folgenden Behandlungsbeispielen handelt es sich um Katheterbehandlungen. Diese führen unsere Ärzte schonend und routiniert mit lokaler Betäubung der Leiste durch.

Schonender Eingriff ohne Vollnarkose
Während der Katheterbehandlung liegt der Patient bequem auf einem speziellen Tisch und ist bei vollem Bewusstsein. Weil das Gewebe vorher lokal betäubt wird, spürt er keinen Schmerz, wenn wir ein dünnes Plastikröhrchen in die Leistenarterie einführen. Mit Hilfe von Kontrastmittel und Röntgendurchleuchtung machen wir dann das erkrankte Gefäß sichtbar, um es gezielt ansteuern zu können.
Die Gefäßblockade beseitigen wir meist mit einem Ballon. Um die Durchgängigkeit des Gefäßes zu erhalten, setzen wir oft Gefäß-Stützen (Stents) ein, die stets problemlos einheilen. Wir empfehlen unseren Patienten am Tag des Eingriffs absolute Bettruhe, damit der Genesungsprozess schnell und reibungslos verlaufen kann.

Bei Problemstellungen, die einen Kathetereingriff nicht sinnvoll erscheinen lassen, können wir eine Gefäßoperation veranlassen.

Katheterbehandlung von Beckenarterienblockaden

Bild 1:
Der Anfangsbefund: Ein 52-jähriger Patient bekommt bereits nach fünf Minuten Gehen in der Ebene starke Schmerzen in den Beinen.
Die Ursache sind hochgradige Engstellen der beiden Becken-Gefäße nach Abgang aus der Bauchaorta.

Bild 2:
Durch die Ballons entfalten sich die beiden Gefäß-Stützen/ Stents.

Bild 3:
Der Endbefund: Das Blut fließt normal durch die Beckenarterien, die durch die Stents offen gehalten werden. Der Patient kann jetzt wieder schmerzfrei an ausgedehnten Wanderungen teilnehmen.

Katheterbehandlung von Oberschenkelarterienblockaden

Bild 1:
Der Anfangsbefund: Bei einer 71-jährigen Patientin treten plötzlich Schmerzen im rechten Bein in Kombination mit einem Kältegefühl auf, die durch einen akuten Gefäßverschluss am Oberschenkel bedingt sind (siehe Pfeile). Die Patientin hat bereits in Ruhe starke Schmerzen, weil die Blutversorgung des Beines nicht mehr ausreicht.

Bild 2:
Die Ursache des Verschlusses ist ein frisches Blutgerinnsel, das abgesaugt werden muss.

Bild 3:
Der Endbefund: Das Gefäß ist wieder offen und die Patientin schmerzfrei.

Katheterbehandlung einer Nierenarterienengstelle

Bild 1:
Der Anfangsbefund: Infolge einer Mangeldurchblutung der linken Niere, die durch eine hochgradige Engstelle der Nierenarterie bedingt ist, leidet ein 55-jähriger Patient an erhöhtem Blutdruck.

Bild 2:
Der Endbefund: Nach Platzierung eines Stents ist das Gefäß wieder durchgängig. Der Blutdruck des Patienten hat sich normalisiert.

Katheterbehandlung der Halsschlagader

Bild 1:
Der Anfangsbefund: Die innere Halsschlagader weist eine hochgradige Engstelle auf. Durch den eingeschränkten Blutfluss zum Gehirn und sich lösende Kalkpartikel kann ein Schlaganfall entstehen.

Bild 2:
Der Endbefund: Durch Einlage eines Stents wird die Engstelle beseitigt und der Blutfluss zum Gehirn normalisiert.

Notfall Venenthrombose

Die gefährlichste akute Venenerkrankung ist der plötzlich auftretende Verschluss einer tiefen Vene durch ein Blutgerinsel (Venenthrombose). Hier besteht das Risiko, dass das Blutgerinsel in die Lungen ausschwemmt und ein Lungengefäß verschließt (Lungenembolie).

In Deutschland sterben etwa 30.000 Menschen im Jahr an einer Lungenembolie, deren Ursache meist eine nicht erkannte Beinvenenthrombose ist.

Behandlung einer Beinvenenthrombose
Wenn unsere Ärzte eine Beinvenenthrombose mittels Duplexsonographie diagnostiziert haben, können sie die (ambulante) Behandlung einleiten. Der Patient erhält täglich eine „Bauchspritze“ (Heparin) zur Blutverdünnung, um das Fortschreiten der Thrombose und damit eine Lungenembolie zu verhindern. Die Blutverdünnung wird mit Tabletten (Marcumar) für die Dauer von etwa sechs Monaten fortgesetzt. Zuerst muss das betroffene Bein gewickelt werden. Nach Abschwellen des Beines passen wir einen Kompressionsstrumpf an.

Behandlung einer Venenentzündung
Eine ebenfalls häufige, aber weniger gefährliche akute Erkrankung ist die oberflächliche Venenentzündung (Thrombophlebitis). Hier bildet sich das Blutgerinnsel in einer oberflächlichen Vene und wächst nur selten in das tiefe Venensystem hinein. Wenn wir die tiefe Beinvenenthrombose als Komplikation mittels Duplexsonographie ausgeschlossen haben, reicht es, das Bein des Patienten zu wickeln und ihm ggf. ein entzündungshemmendes Medikament zu verabreichen. Anschließend sollte die Ursache der Venenentzündung - meist eine oberflächliche Krampfader - behandelt werden.

Wenn bei Ihnen plötzlich Beinschmerzen oder eine (typischerweise einseitige) Beinschwellung auftreten, müssen Sie sich umgehend mit einem Arzt in Verbindung setzen.

Prinzipien der Behandlung bei Venenerkrankungen

Die meisten Venenerkrankungen treten nicht akut auf, sondern entstehen langsam über Jahre hinweg. Bei einer Venenklappenschwäche fließt das Venenblut nicht herzwärts, sondern rückwärts ins Bein.

Eine Schwäche des oberflächlichen Venensystems führt zur Krampfaderbildung, eine Schwäche des tiefen Venensystems zu Beinschwellungen und Hautveränderungen. Schwächen im oberflächlichen Venensystem können durch Überlastung der Pumpfunktion des Beines zu einer Schwäche des tiefen Venensystems führen.

Bei einer Schwäche im tiefen Venensystem, insbesondere bei Hautveränderungen und (abendlichen) Schwellungen am Bein, empfehlen wir unseren Patienten, einen optimal passenden Kompressionsstrumpf zu tragen. Schwillt das Bein trotzdem nicht ab, raten wir zu einer zusätzlichen Bandagierung des Beines und Lymphdrainagen.

Katheterverfahren und Stripping Operation
Wenn Krampfadern die beschriebenen Beschwerden verursachen oder die Pumpfunktion des Beines negativ beeinflussen, sollten diese verschlossen oder entfernt werden. Die schonende, minimal-invasive Venentherapie führen unsere Ärzte ambulant und in örtlicher Betäubung über ein Katheterverfahren (Radiofrequenz- oder Laserkatheter, Katheterschaumsklerosierung) durch. Im Gegensatz dazu wird sie bei der konventionellen, operativen Venenentfernung, der sogenannten Stripping Operation, die Vene in Vollnarkose herausgezogen.

Behandlung der Beinvenenthrombose

Bild 1:
Der Anfangsbefund: Eine 53-jährige Frau hat sich nach einer Kniegelenksspiegelung eine Thrombose der Kniekehlenvene zugezogen. Die Duplex-Sonographie zeigt den umspülten Thrombus.

Bild 2:
Der Endbefund: Nach 3-monatiger Blutverdünnung (erst Heparin, dann Marcumar) und dem konsequenten Tragen eines Kompressionsstrumpfes hat sich der Thrombus bis auf eine geringe Verdickung der Venenwand aufgelöst. Aufgrund einer bleibenden Venenklappenschwäche (erkennbar an der roten Flussumkehr in der Farbkodierung) muss die Patientin dauerhaft einen Unterschenkelkompressionsstrumpf tragen.

Behandlung des offenen Beines bei tiefer Venenklappenschwäche

Bild 1:
Der Anfangsbefund: Eine 80-jährige Patientin hat eine nicht heilende Wunde am rechten Innenknöchel, seit XXX Jahren, die durch eine tiefe Venenklappenschwäche bedingt ist.

Bild 2:
Der Endbefund: Nach 2-monatiger Behandlung mit Kompressionsbandagierung ist die Wunde komplett abgeheilt. Die Patientin trägt jetzt einen Unterschenkelkompressionsstrumpf, den sie mit einer Anziehhilfe selbst anziehen kann.

Krampfadern (Varizen, Varikosis)

Krampfadern (Varizen, Varikosis) werden je nach Beschwerdebild und Ausprägung unterschiedlich behandelt. Ziel unserer medizinischen Behandlung ist es, durch den Verschluss der geschädigten Vene die venöse Pumpfunktion zu verbessern und damit einerseits unsere Patienten beschwerdefrei zu machen und andererseits ein ästhetisch gutes Ergebnis zu erzielen. Durch eine adäquate Behandlung kann ein offenes Bein verhindert werden.

Behandlung der großen Krampfadern („Rosenvene“, Hauptstammvarikosis)

Die klassische chirurgische Stripping-Operation kann in den meisten Fällen durch eine schonende Katheterbehandlung mit Verschluss der betroffenen Vene ersetzt werden. Der Vorteil dieser Behandlung liegt darin, dass kein Leistenschnitt, bei dem Lymphgefäße und Hautnerven verletzt werden können, und keine Vollnarkose, die insbesondere bei älteren Patienten zu Komplikationen führen kann, erforderlich sind. Bei der Katheterbehandlung wird eine Vene am Unterschenkel punktiert und unter Ultraschallkontrolle ein Katheter in die Leiste geschoben. Im Anschluss daran wird die betroffene Vene von innen mittels eines Hitzekatheters verschlossen.

Aufgrund dieser schonenden Behandlung kann der Patient sofort nach dem Eingriff wieder gehen und problemlos schon am nächsten Tag seinen gewohnten Beschäftigungen nachgehen. Lediglich das Tragen eines Kompressionsstrumpfes ist für die Dauer von etwa zwei Wochen erforderlich. Das obengenannte Behandlungsverfahren hat sich in angelsächsischen Ländern als Mittel der ersten Wahl zur Behandlung von Krampfadern (s. New England Journal of Medicine, 2009) durchgesetzt.

Behandlung von Seitenastvarizen (kleinere Nebenast-Krampfadern) und Besenreisern

Zur Behandlung der kleineren und mittelgroßen Seitenast-Krampfadern und „Netzkrampfadern“ eignet sich besonders die Schaumverödung. Dabei verschließen unsere Ärzte die Vene durch Injektion eines Mikroschaumes. In Kombination mit der Radiowellentherapie größerer Venen ist dieses Verfahren besonders erfolgreich.

Bei Besenreisern handelt es sich um eine harmlose, aber oft ästhetisch störende Form der Venenerweiterung. Vor ihrer Behandlung muss eine komplette venöse Untersuchung durchgeführt werden, um eine eingeschränkte venöse Pumpfunktion erkennen zu können. Erst dann wird die Besenreiservarize mit flüssigem Verödungsmittel ausgeschaltet.

Behandlung chronischer Beinschwellungen und des offenen Beines (Ulcus cruris)

Undichte Venenklappen im tiefen und/oder oberflächlichen Venensystem verbunden mit einer reduzierten venösen Pumpfunktion bezeichnet man als chronisch venöse Insuffizienz. Bei diesem Krankheitsbild fließt das verbrauchte Blut nicht zum Herz, sondern zurück zum Fuß. Dabei kommt es zu Stauungssymptomen an den Beinen, z. B. in Form von Schwellungen, fortschreitenden Hautveränderungen und zuletzt eines offenen Beines.

Allein in Deutschland leiden mehr als 100.000 Menschen an einem venös bedingten offenen Bein (Ulcus cruris). Das offene Bein kann aber auch die Ursache einer arteriellen Durchblutungsstörung oder gemischt arteriell-venös bedingt sein.

Die Therapie erfolgt im oberflächlichen Venensystem durch Ausschaltung der erkrankten Vene. Hierfür stehen in unserer Praxis die schonendsten Verfahren wie Radiowellenkatheter, Schaumverödung oder Mini-Phlebektomie zur Verfügung. Wenn eine arterielle Blockade vorhanden ist, können wir diese auch mit minimal-invasiven Operationsverfahren (Katheterbehandlung) behandeln. Bei adäquater Therapie liegt der Heilungserfolg bei annähernd 100 Prozent

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  • Montag, Dienstag, Donnerstag:
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  • Mittwoch, Freitag:
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